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Schweizer Meisterschaft 2018 – 1. Saisonhälfte

Vorwort

Die Saison 2018 starteten wir mit Trainings in Misano, Ledenon und Jerez. Diese Trainings nutzte ich vor allem um meinen Speed zu erhöhen und meine Fahrweise zu verbessern. Im Team nutzten wir die Trainings im Vorfeld um neue Reifen zu testen.
Mit dem neuen Reglement der Schweizer Meisterschaft änderte sich einiges und die Konkurrenz rüstete ordentlich nach, da ein Tuning nun erlaubt war. Wir entschieden uns jedoch bei unseren altbewährten Stock-Motoren zu bleiben, zumal diese Variante langlebig ist, last but not least vor allem auch wegen der Kosten.

Die Trainings verliefen für mich sehr gut, ich konnte meinen Speed deutlich erhöhen und mich super auf die Saison vorbereiten. Im Team hatten wir eine tolle Zeit, danke an alle 🙂

An den Start gingen dieses Jahr neben altbekannten auch viele neue Gesichter, u.a. ein ehemaliger EM-Fahrer und ein ehemaliger Yamaha R6 Cup Fahrer. Meine Saisonziele waren damit klar gesetzt 🙂

1. + 2. Race in Valencia, Spanien

Endlich war das erste Race-Weekend da! 🙂 Auf ging es nach Spanien in die Wärme.
Das Weekend war super, perfektes Wetter, super Rennstrecke – diese gefiel mir sehr gut!
In den Qualis ergatterte ich mir den vierten Startplatz und alles sah vielversprechend aus. Das erste Rennen startete für mich super, leider hatte ich dann einen Rutscher über das Hinterrad und verschenkte so die Chancen auf das Podium im ersten Rennen. Ein dummer Fehler meinerseits und ein Fehler beim hinteren Federbein waren schuld.
Lange Zeit um Trübsal zu blasen blieb mir nicht, das zweite Rennen stand an und dieses lief dann auch bedeutend besser:
Der Start im zweiten Rennen verlief nicht so gut, ich musste mich wieder nach vorne kämpfen. Ich kämpfte mich nach vorne und konnte mich gegenüber der Konkurrenz behaupten: Auf dem 3. Platz fuhr ich schliesslich ins Ziel! First Podium in der neuen Saison, unbeschreiblich und ein genialer Start in die neue Saison!! 🙂 Meine Rundenzeiten waren super und für das nächste Weekend setzte ich mir das Ziel, den Abstand zu den zwei Führenden zu verringern.

 

3. + 4. Race in Dijon, Frankreich (1.0)

In Dijon war das Fahrwerk eine Herausforderung. Nach dem Fehler in Valencia probierten wir vieles aus um alles optimal einzustellen.
Dijon hat einen eigenen Charakter und ich versuchte die Piste zu verstehen, sie als “Heimstrecke” anzusehen. Auf Platz hatte ich viel Unterstützung von meiner Familie, Sponsoren und Freunden – vielen Dank für den Besuch, es ist immer wieder eine Freude!! 🙂
DIe QUalis liefen für mich sehr gut, ich konnte das erste Mal auf dem dritten Platz im Rennen starten. Das erste Rennen war schwierig, ein sehr enges Feld mit sieben Fahrern innert ein paar Zehnteln. Viele auf einem Fleck, viele Kämpfe, viel Gedränge – zusätzlich noch zwei Gaststarter, einer davon aus der IDM. Ich kämpfte mich vor, führte sogar ein paar Runden lang an. Jedoch durch kleine Fehler wieder zurückgefallen und auf dem fünften Platz ins Ziel gefahren – definitiv nicht mein Ziel! Trotzdem gab es etwas Positives: Mein Speed war deutlich höher als letztes Jahr in Dijon! Das motivierte mich wieder und ich versuchte im zweiten Rennen weiter voran zukommen. Der Start im zweiten Rennen war besser, ich konnte mich gegenüber der Konkurrenz behaupten. Das Rennen machte grossen Spass, ein paar Kämpfe mit anderen Fahrern. Meine Pace war super und mit Anschluss auf die Top 3 fuhr ich mit einer sehr guten Rundenzeit auf dem 4. Platz ins Ziel.

 

5. + 6. Race in Brno, Tschechien

Brünn, eine schwierige Piste mit einem 600er Motorrad. Durch ihre Breite ist es sehr schwierig, die richtige Linie zu finden.
Am ersten Tag in den Trainings hatte ich meine Bestzeit vom vorherigen Jahr bereits übertroffen! Leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung und es schüttete aus Eimern, weswegen das erste Quali dann auch abgesagt wurde. In den Trainings im Regen war ich trotzdem der schnellste 600er Fahrer – ich fahre gerne im Regen, wie viele mittlerweile wissen 🙂
Das zweite Quali verlief dann nicht so toll, meine falsche Reifenwahl wurde mit einem fünften Startplatz bestraft. Man lernt nie aus, nach vorne schauen – schliesslich sind es die Rennen, die zählen.
Beim ersten Rennen hatte ich trotz fünften Startplatz einen super Start und kämpfte mich schnell in die höheren Reihen. Das Pitboard zeigte mir an, dass ein Fahrer dicht hinter mir war. Beim Einlenken in eine schnelle Rechtskurve in der Mitte des Scheitelpunkts fühlte ich ein sanftes Holpern und schon lag ich im Kies. Meine Ivy lies ich dabei in weiser Voraussicht nicht los um zu viele Schäden zu vermeiden, meine rechte Seite litt dabei entsprechend mehr. Dieser Sturz war eine schwierige Situation: Zwei Fahrer, zwei Stürze – was war der Auslöser? Nicht aufklärbar und deshalb einer dieser Stürze, an denen man länger zu nagen hatte. Das Bike hatte zum Glück nicht viel abbekommen und war schnell wieder fit. Ich dagegen hatte doch einiges abbekommen, jedoch konnte ich das zweite Rennen trotzdem fahren.
Im zweiten Rennen verlief es am Anfang für mich relativ gut, obwohl ich Schmerzen hatte. Im Verlauf des Rennens kämpfte ich dann jedoch mehr mit meinem Körper als mit der Konkurrenz und ich war mir nicht sicher, ob ich diesen Kampf gewinnen würde. Aufgeben war keine Option und so hielt ich durch und kam doch noch auf dem fünften Platz ins Ziel. Unter diesen Umständen war das Ergebnis in Ordnung, aber noch lange nicht das, was ich mir vorstellte.

 

7. + 8. Race in Slovakiaring, Slowakei

Der Slovakiaring ist eine sehr fordernde Piste, sehr lang und ewig erscheinende Runden. Um Brünn zu verdauen hatte ich mir für den Slovakiaring viel vorgenommen 🙂
Die Trainings und das erste Quali verliefen für mich ganz gut mit viel Potential. Ich bereitete mich auf meinen Angriff in den Rennen vor, dieses Mal sollte es für mich besser laufen!

Doch es kam leider alles anders – mein Teamkollege und ich fuhren nur am ersten Tag die Trainings und das erste Quali. Abends erhielten wir eine Hiobsbotschaft: Ein nahes Familienmitglied von einem unserer Teammitglieder wollte uns eigentlich auf dem Slovakiaring besuchen. Leider war das Familienmitglied in der Nähe der Rennstrecke in einen schweren Motorradunfall verwickelt und starb dann wenig später im Spital.
Für uns alle war das ein Schock und es war für mich selbstverständlich, dass ich meinem Freund beistand in diesen sehr schweren Stunden. Nachdem wir das Nötigste vor Ort mit Polizei, Spital, ect. geregelt hatten, fuhr ich die Angehörigen am nächsten Tag wieder zurück nach Hause in die Schweiz.

Wir waren sehr froh über die unglaubliche Unterstützung von allen im Team und von vielen anderen Fahrern und deren Angehörigen auf dem Platz! Dafür sind wir unendlich dankbar – eine Gemeinschaft wie diese gibt es selten!

Nach diesem tragischen Ereignis benötigte ich Zeit um mich um meinen Freund zu kümmern und mich selbst neu zu sortieren. Einschneidend.

Kurze Zeit danach ging ich nach Magny Cours um zu trainieren und den Kopf frei zu bekommen. Das hat geholfen und ich fühle mich bereit für die letzten Rennen dieser Saison – Full Gaazz! 🙂

Wir werden weiter berichten wie es mir erging und für diejenigen, die immer gleich nach jedem Race alle Infos mitbekommen möchten: In meinem 100er Club erhaltet ihr immer zeitnah meinen Newsletter zu jedem Race-Weekend von mir! 🙂

Bis bald,

Furtii #422

 

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